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    Angebotsanfragen in Shopware 6 abbilden

    So funktioniert der B2B-Verkaufsprozess ohne B2B Suite — von der ersten Anfrage bis zur verbindlichen Bestellung.

    Kurzdefinition

    Was ist eine Angebotsanfrage im B2B-Shop?

    Eine Angebotsanfrage (auch: Angebot anfragen) ist der digitale Ersatz für telefonische Preisverhandlungen im B2B-Onlineshop. Der Einkäufer stellt eine Anfrage für Produkte und Mengen, der Händler antwortet mit einem verbindlichen Angebot — direkt im Shop, ohne Medienbruch per E-Mail oder Telefon. Mit dem richtigen Shopware-Plugin läuft der gesamte Prozess von Anfrage über Verhandlung bis zur Bestellung vollständig digital ab.

    1. Einkäufer stellt Anfrage — Produkte + Mengen + Wunschkonditionen
    2. Händler erstellt Angebot — individuelle Preise, Liefertermin, Gültigkeit
    3. Einkäufer akzeptiert — Angebot wird direkt zur verbindlichen Bestellung
    4. Shopware verarbeitet — Auftrag, Rechnung, Fulfillment ohne Medienbruch

    Der typische B2B-Kauf beginnt nicht mit einem Klick auf "In den Warenkorb". Er beginnt mit einer Anfrage: "Können Sie mir 500 Einheiten zu welchem Preis liefern?" Wer diesen Verhandlungsschritt aus seinem Shopware-Shop ausklammert, verliert genau die Kunden, die am meisten wert sind — nämlich die, die in großen Mengen und regelmäßig bestellen.

    Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie mit dem richtigen Shopware Angebotsanfrage Plugin b2b einen professionellen Angebots-Workflow aufbauen — von der ersten Anfrage des Einkäufers bis zur verbindlichen Bestellung. Und warum Sie dafür keine teure Evolve-Lizenz brauchen.

    Warum brauchen B2B-Shops eine Angebotsfunktion?

    Im B2B-Handel ist der Listenpreis häufig nur ein Ausgangspunkt. Einkäufer erwarten die Möglichkeit, Konditionen zu verhandeln — sei es wegen hoher Abnahmemengen, langjähriger Kundenbeziehungen oder strategischer Lieferantenpartnerschaften.

    Ohne eine digitalisierte Angebotsfunktion passiert folgendes: Der Einkäufer schickt eine E-Mail, der Außendienstmitarbeiter antwortet mit einem PDF-Angebot, der Einkäufer bestellt telefonisch — und in Shopware landet nichts davon. Das ist nicht nur ineffizient, sondern erzeugt auch Medienbrüche, die zu Fehlern in der Auftragsverarbeitung führen.

    Die messbaren Vorteile einer digitalen Angebotsfunktion:

    • Kürzere Angebots-Durchlaufzeit (von Tagen auf Stunden)
    • Vollständige Dokumentation aller Angebotsversionen
    • Kein Datenverlust bei Mitarbeiterwechsel im Vertrieb
    • Direkter Übergang vom akzeptierten Angebot zur verbindlichen Bestellung
    • Auswertbarkeit: Welche Anfragen konvertieren zu Aufträgen?

    Was bietet die native Shopware-Funktion "Preis auf Anfrage"?

    Shopware 6 bringt eine einfache "Preis auf Anfrage"-Funktion mit: Für bestimmte Produkte oder Kundengruppen kann der Preis ausgeblendet und ein Anfrage-Button angezeigt werden. Der Besucher füllt ein einfaches Formular aus — Name, E-Mail, Nachricht — und die Anfrage landet als E-Mail im Postfach des Shop-Betreibers.

    Das ist ein guter erster Schritt, aber kein professioneller Angebots-Workflow. Die nativen Grenzen:

    • Keine strukturierte Erfassung von Produkten und Mengen in der Anfrage
    • Kein Backend-Bereich für die Angebotsverwaltung
    • Kein Versionierungssystem für Angebotsiterationen
    • Keine Möglichkeit, das Angebot direkt in Shopware zu erstellen und zu versenden
    • Kein automatischer Übergang zum Bestellprozess nach Angebotsannahme

    Für einen einfachen "Interesse-Kontakt" reicht die native Funktion. Für einen echten Verhandlungs-Workflow nicht.

    Der vollständige Angebots-Workflow: Anfrage → Verhandlung → Bestellung

    Ein professioneller B2B-Angebotsprozess hat klar definierte Stationen. So sieht ein optimaler Workflow aus, wie ihn unser Angebotsanfragen-Plugin abbildet:

    Station 1 — Anfrage stellen

    Der eingeloggte B2B-Kunde füllt seinen Warenkorb mit den gewünschten Artikeln und Mengen. Statt auf "Kaufen" klickt er auf "Als Anfrage senden". Der Warenkorb wird als strukturierte Anfrage mit allen Produktdaten, Mengen und einer optionalen Kundennotiz gespeichert.

    Station 2 — Interne Bearbeitung

    Der Vertriebsmitarbeiter sieht die Anfrage im Shopware-Admin-Backend in einer dedizierten Angebotsverwaltung. Er kann Preise anpassen, Artikel ergänzen oder entfernen und ein verbindliches Angebot mit Gültigkeitsdatum erstellen.

    Station 3 — Angebot versenden

    Das fertige Angebot wird per automatisch generierter E-Mail an den Kunden gesendet. Der Kunde sieht es auch in seinem Kundenkonto unter "Meine Angebote".

    Station 4 — Verhandlung und Iteration

    Wenn der Kunde Änderungen wünscht, kann er das Angebot kommentieren oder eine Gegenofferte einreichen. Der Vertrieb erstellt eine neue Angebotsversion — alle Versionen bleiben dokumentiert.

    Station 5 — Annahme und Konvertierung

    Der Kunde akzeptiert das Angebot mit einem Klick. Der Angebotsinhalt wird direkt in eine verbindliche Bestellung überführt — ohne erneutes Befüllen des Warenkorbs.

    Plugin-Vergleich: Angebotsanfrage-Lösungen im Shopware Store

    Der Shopware Store bietet mehrere Lösungen für Angebotsanfragen. Die wichtigsten im Überblick:

    KriteriumNative SW-FunktionEvolve (B2B Components)Bronner Plugin
    Anfrage aus WarenkorbNeinJaJa
    Strukturierte ProduktlisteNeinJaJa
    Admin-Backend AngebotsverwaltungNeinJaJa
    Angebotsversionen / IterationenNeinEingeschränktJa
    Kundenportal "Meine Angebote"NeinJaJa
    Angebot → Bestellung-KonvertierungNeinJaJa
    Evolve-Lizenz erforderlichNeinJaNein
    Community Edition kompatibelJaNeinJa
    Sales-Rep-FunktionNeinEingeschränktJa
    E-Mail-Templates anpassbarNeinEingeschränktJa

    Der entscheidende Unterschied: Die B2B-Components-Angebotsfunktion ist nur in der Evolve-Edition verfügbar, die im mittleren vierstelligen Euro-Bereich jährlich liegt. Unser Angebotsanfragen-Plugin liefert vergleichbare Kernfunktionen ohne diese Lizenzabhängigkeit.

    Angebot aus dem Warenkorb anfordern: Technische Umsetzung

    Die eleganteste Variante des Angebots-Workflows — der Einkäufer befüllt den Warenkorb wie gewohnt und schickt ihn als Anfrage statt als Bestellung — erfordert einen technischen Eingriff in den Shopware-Checkout-Flow.

    Was dabei passiert:

    1. Der Warenkorb-Inhalt wird als "Anfrage-Snapshot" persistiert (eigene Datenbanktabelle)
    2. Der Checkout-Prozess wird für diese Anfrage-Route abgezweigt
    3. Keine Zahlungsabwicklung in dieser Phase — nur Datenspeicherung und Benachrichtigungen
    4. Der Vertrieb erhält die vollständige Artikelliste mit EAN, Produktname, Menge und aktuell hinterlegtem Kundenpreis als Ausgangspunkt für die Preisverhandlung

    Wichtig für die Umsetzung: Die Anfrage-Funktion muss nur für eingeloggte B2B-Kunden sichtbar sein. Für anonyme Besucher oder B2C-Kunden erscheint der normale Checkout-Button. Diese Differenzierung realisiert unser B2B-Plattform-Plugin in Kombination mit der Angebotsanfragen-Erweiterung.

    Angebotsverwaltung im Admin-Backend: Best Practices

    Ein Angebotsanfragen-System ist nur so gut wie die interne Bearbeitungsstruktur dahinter. Folgende Best Practices haben sich in B2B-Projekten bewährt:

    Statusverwaltung klar definieren

    Jedes Angebot durchläuft definierte Status: Neu → In Bearbeitung → Angebot gesendet → Verhandlung → Angenommen / Abgelehnt / Abgelaufen. Klare Status-Übergänge verhindern, dass Anfragen vergessen oder doppelt bearbeitet werden.

    Zuständigkeiten festlegen

    In größeren Vertriebsteams sollte jede Anfrage einem Mitarbeiter zugewiesen werden. Unser Plugin unterstützt die Zuweisung von Anfragen an Vertriebsmitarbeiter mit E-Mail-Benachrichtigung bei neuer Anfrage oder Statusänderung.

    Vorlagen nutzen

    Für wiederkehrende Produkte oder Kundentypen empfehlen sich Angebotsvorlagen, die der Vertrieb schnell befüllen und individualisieren kann. Das reduziert die durchschnittliche Bearbeitungszeit von Angeboten erheblich.

    Gültigkeitsdatum immer setzen

    Jedes Angebot sollte ein Ablaufdatum haben — typisch 14 oder 30 Tage. Das erzeugt Handlungsdruck beim Kunden und schützt den Händler vor Preisbindung bei Rohstoffkostenschwankungen.

    Integration mit Außendienst und Sales-Rep-Funktion

    B2B-Vertrieb ist oft zweigeteilt: Der Einkäufer nutzt den Webshop, der Außendienstmitarbeiter begleitet strategisch wichtige Accounts. Für diesen Workflow brauchen Sie eine Sales-Rep-Funktion im Shop.

    Was das bedeutet: Ein Vertriebsmitarbeiter kann sich im Shopware-Admin als Stellvertreter für einen bestimmten Kunden einloggen und in dessen Namen einen Warenkorb befüllen oder ein Angebot erstellen. Das ist besonders nützlich für:

    • Telefonisch aufgenommene Bestellungen, die digital dokumentiert werden sollen
    • Beratungsbesuche, nach denen der Rep direkt ein Angebot im System hinterlegt
    • Übernahme laufender Angebotsgespräche bei Mitarbeiterwechsel

    Unser Angebotsanfragen-Plugin beinhaltet eine Sales-Rep-Funktion, die nahtlos mit der bestehenden Shopware-Admin-Benutzerstruktur zusammenarbeitet. Für eine vollständige Implementierung kombinieren Sie es mit dem B2B-Plattform-Plugin.

    DSGVO-Hinweise bei Angebotskommunikation per E-Mail

    Angebotsprozesse erzeugen E-Mail-Kommunikation — und E-Mail-Kommunikation mit Kunden unterliegt der DSGVO. Konkrete Anforderungen, die Sie beachten müssen:

    Datenspeicherung

    Angebotsdaten (inkl. ausgehandelter Preise und Bedingungen) sind handelsrechtlich relevante Dokumente und müssen 10 Jahre aufbewahrt werden (§ 257 HGB). Stellen Sie sicher, dass Ihre Plugin-Lösung Angebote persistent speichert und nicht bei Plugin-Deinstallation löscht.

    E-Mail-Transaktionalität

    Angebots-E-Mails sind transaktional (ausgelöst durch Kundenhandlung) und brauchen keine separate Einwilligung. Dennoch sollte Ihre Datenschutzerklärung die Angebotskommunikation erwähnen.

    Auftragsverarbeitung

    Wenn Ihre Angebotsdaten bei einem Drittanbieter-E-Mail-Service verarbeitet werden, ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) erforderlich.

    Löschfristen

    Abgelehnte Angebote, die keine Vertragsrelevanz hatten, können nach Ablauf einer angemessenen Frist (üblicherweise 2–3 Jahre) gelöscht werden, sofern keine handelsrechtliche Aufbewahrungspflicht besteht.

    FAQ: Die 5 häufigsten Fragen zur Angebotsanfrage in Shopware

    Kann ich in Shopware 6 eine Angebotsfunktion ohne B2B Suite einrichten?

    Ja. Die B2B Suite bzw. B2B Components (Evolve-Edition) bieten eine native Angebotsfunktion, aber es gibt leistungsfähige Plugin-Alternativen für alle Shopware-Editionen. Unser Angebotsanfragen-Plugin funktioniert ab Community Edition aufwärts.

    Wie lange dauert die Implementierung eines Angebotsanfragen-Workflows?

    Bei standardmäßiger Konfiguration (Plugin installieren, E-Mail-Templates anpassen, Berechtigungen setzen) rechnen Sie mit einem halben bis ganzen Arbeitstag. Individuelle Anpassungen (eigene Statusflows, ERP-Anbindung, Custom-Backend-Views) erfordern mehr Zeit. Sprechen Sie uns für eine Aufwandsschätzung über unsere Kontaktseite an.

    Was passiert mit dem Angebot, wenn der Kunde nicht reagiert?

    Angebote mit abgelaufenem Gültigkeitsdatum werden automatisch als "Abgelaufen" markiert. Der Vertrieb sieht diese in einer separaten Liste und kann gezielt nachfassen — entweder per automatischer Reminder-E-Mail (konfigurierbar) oder manuell.

    Kann der Kunde das Angebot direkt in eine Bestellung umwandeln?

    Ja — das ist eines der Kernfeatures. Nach Angebotsannahme wird der gesamte Angebotsinhalt mit den verhandelten Preisen direkt als Bestellung angelegt. Der normale Checkout-Prozess (Zahlung, Versandauswahl) wird danach durchlaufen.

    Ist die Angebotsfunktion auch für den Außendienst nutzbar?

    Ja, über die Sales-Rep-Funktion kann der Außendienstmitarbeiter Angebote im Namen des Kunden erstellen und bearbeiten. Das ist besonders hilfreich für Bestandskunden-Besuche und telefonisch aufgenommene Anfragen. Mehr dazu in der Plugin-Dokumentation.

    Fazit: Digitaler Angebotsworkflow als Wettbewerbsvorteil

    Im B2B-Markt unterscheiden sich Anbieter selten durch den Listenpreis — sie unterscheiden sich durch die Geschwindigkeit und Professionalität des Angebotsprozesses. Ein Einkäufer, der um 10 Uhr eine Anfrage stellt und um 11 Uhr ein strukturiertes Angebot im Kundenportal sieht, kommt wieder. Der Wettbewerber, der einen Tag später eine PDF-E-Mail schickt, verliert den Auftrag.

    Das Shopware Angebotsanfrage Plugin b2b von Bronner Consulting schließt genau diese Lücke — ohne Evolve-Lizenz, ohne aufwendige Custom-Entwicklung, mit direkter Integration in Ihren bestehenden Shopware-6-Shop.

    Häufig kombinierte Plugins: Bestelllisten für Standardbestellungen neben dem Angebotskanal, Preis auf Anfrage für Artikel ohne festen Listenpreis und Mindermengenzuschlag für Mindestbestellwert-Kontrolle. Einen Überblick über den gesamten B2B-Shop-Aufbau liefert unser B2B-E-Commerce-Ratgeber.

    Daniel Bronner — Shopware-Entwickler

    Daniel Bronner

    Shopware-Entwickler · Inhaber Bronner Consulting

    Daniel Bronner entwickelt seit 6 Jahren Shopware-B2B-Plugins für mittelständische Distributoren. Mehr über Daniel

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